
Marlzeit! Nach etlichen Touren auf dem Frentroper Höhenweg steht uns der Sinn nach Abwechslung. Eine neue Herausforderung ist schnell gefunden: die Haard. Dieses gebirgige Waldgebiet im Norden unserer kleinen Heimatstadt erscheint uns gerade richtig für eine kleine Wanderung an einem Samstagmorgen.
Ausgerüstet wie bei einem Mittelgebirgstrip steuen wir gegen 10.30 Uhr den Parkplatz Römerweg an. Kalli Fornia hat uns freundlicherweise sein GPS geliehen, welches wir nun mal unverbindlich ausprobieren. Schon bei der Suche nach Satelliten auf dem Parkplatz ernten wir kritische Blicke von einer Familie mit Hund. Wir gucken ebenso abwertend zurück.

Nach dem Studium der vor Ort hängenden Karte folgen wir dem Wanderweg X6 über einen breiten Forstweg. Wir kommen zügig voran und haben schnell ein Diskussionsthema gefunden. Der Beruf des Rangers, der sich in der Eifel und im Sauerland nach amerikanischem Vorbild durchgesetzt hat. Fieberhaft suchen wir nach einer deutschen Alternative für das englische Wort: Wald- und Wanderfreund, Waldaufpasser bzw. Aufseher, wandernde Beratung, Held in grünen Hosen, Forstpolizist, Naturführer oder Waldhüter überzeugen uns nicht wirklich.

Nach 50 Minuten erreichen wir eine Eisenbahnunterführung, der Weg schlängelt sich links vor der Eisenbahn in den Wald. Wir entscheiden uns an dieser Stelle den X6 zu verlassen, laufen etwas 20 Meter zurück und biegen dann rechts in einen schmaleren Forstweg ein. Nach ein paar kleinen Hügeln erreichen wir den A2, dem wir nun geradeaus folgen. An einer Weggabelung verlieren wir kurz die Orientierung und biegen rechts statt links ab. Nach wenigen Metern bemerken wir unser Missgeschick, korrigieren die Richtung und folgen den P-Schildern zum Parkplatz Halter Pforte. Dort werden wir von einem Rottweiler kritisch beäugt und mit gedämpfter chinesischer Musik empfangen. Wir überqueren die Halterner Straße und nehmen den Weg hinter einer Schranke wieder auf. Vorher versuchen wir unser Auto mittels GPS zu orten, wegen der vielen Bäume (das kann schon mal passieren im Wald) findet das Gerät aber nicht ausreichend Satelliten.
Der Weg gewinnt nun an Höhe, nach wenigen Minuten treffen wir auf ein X5 Zeichen, dem wir weiter folgen. Auf dem recht breiten Schotterweg kommen uns nun einige joggende Herren und stöckelnde Damen entgegen. Nur erstere können sich unserer freundlichen Begrüßung sicher sein.

Am Wegesrand taucht nun ein Picknickplatz aus, der mir aus meiner Kindheit noch bekannt ist. Wir folgen dem Weg weiter und biegen nach links ab und gehen erstmals bergab. Nach etwa 15 Minuten erreichen wir eine große Lichtung, die die umliegenden Bauern zu Ackerflächen umgewandelt haben. Hier hat das GPS keine Mühe, seinen Dienst zu tun, 1,8 Kilometer Luftlinie trennen uns noch von unserem Auto. Wir folgen dem Weg, der im Wald eine Linkskurve macht. Parallel zur Autobahn setzten wir unseren Marsch fort. Nach einigen Metern abseits des Weges überklettern wir die Leitplanke und überqueren die Halterner Straße. Wir sind zurück am Parkplatz.
Fazit: Keine Bären, von Brombeeren abgesehen, und jede Menge Bäume: Laub-, Nadel- und Mischwald. Die Strecke ist weder besonders schwierig noch besonders abwechslungsreich. Allerdings gibt es jede Menge frische Luft zum Atmen.
Gehzeit: 3 Stunden plus fast 30 Minuten Trinkpause und GPS-Satelliten-Suchpause.
marlzeit - 14. Okt, 15:50